Der Trend heißt Olaseku. Oben lang, seitlich kurz. Ich bin so genervt von meinen Haaren, dass ich gerne einmal Okuseku hätte. Das sage ich auch zu meinem Spiegelbild und damit zur Friseurin, die hinter mir steht.
Wir diskutieren, sie zupft und drapiert. Ich deute pantomimisch einen Scherenschnitt an. Wir einigen uns auf einen Kompromiss.
Das ist das Gute, wenn man die Friseurin schon lange kennt und mit ihr durch Kurz und Lang gegangen ist. Es erspart mir auch die klassischen Friseurgespräche, die mir nicht so liegen.
“Und, was mach ma mit Ihna?” (Haare schneiden würd sich anbieten.)
“Sind das Naturlocken?’ (Wobei: Seit Mitte der 1990-er Jahre fällt der Folgesatz weg, dass ich mir dadurch viel Geld für Dauerwellen erspare.)
“Was mach ma mit den Ohren?’ (Dran lassen!)
“Sie nehmen hin und wieder schon a Pflege, oder…?! Das wäre extreeeem wichtig, grad bei Ihren Haaren!” (Sprich es aus: Du willst mir gleich eine Pflegekur um 15 Euro ins Haar schmieren.)
“Und, haben Sie heute frei?” (Nein, ich bin ausgebrochen, tummeln Sie sich!)
“Was machen Sie beruflich?” (Journalistin. Und Sie?)
In Echt war ich natürlich stets freundlich und hab jede Frage rechtschaffen beantwortet. Drum hab ich meine Ohren noch, die Kopfhaut ist unverbrüht. Und der Geruch der Kokos-Oliven-Pflegekur von vor 3 Jahren wird meine Nase irgendwann wieder verlassen.
Der neue Trend heißt übrigens Omilasemila.